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Gelenkbeschwerden

Arthrose, Rheuma, X-Beine: Verschiedenste Ursachen können zu Schmerzen und anderen Problemen an den Gelenken führen
von Justus Schönemann, aktualisiert am 13.04.2017

Schmerzende Gelenke fühlen sich oft auch steif an

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Gelenke sind die beweglichen Verbindungen zweier oder mehrerer Knochen. Sie werden von einer Gelenkkapsel umschlossen. Knorpelbeläge oder Knorpelscheiben (Menisken) sowie Gelenkschmiere sorgen dafür, dass die Knochen schmerzfrei gleiten. Bänder und Sehnen geben den Gelenken zusätzlichen Halt und garantieren ihre Funktionsfähigkeit.

Ursachen für Gelenkbeschwerden sind Entzündungen, degenerative Veränderungen oder Verletzungen. Fehlstellungen (zum Beispiel starke O- und X-Beine, Hüftdysplasie) führen bei Nichtbehandlung im Laufe der Zeit fast immer zu Beschwerden an den betroffenen Gelenken. Kennzeichen von Gelenkbeschwerden ist häufig Bewegungseinschränkung, in der Regel begleitet von Schwellungen und/oder Rötungen sowie Schmerzen.

Der folgende Überblick bietet nur eine Auswahl wichtiger Ursachen von Gelenkbeschwerden. Er ist nicht vollständig und darf nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose verstanden werden. Die Diagnose kann nur der Arzt stellen.

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Mögliche Ursachen für das Auftreten von Gelenkbeschwerden:

Entzündungen

Hier ist vor allem die Arthritis zu nennen, die in verschiedenen Formen auftritt und sowohl einzelne Gelenke befallen kann (Monarthritis) wie auch einige (Oligoarthritis) oder viele (Polyarthritis).

Die häufigste Gelenkentzündung ist die rheumatoide Arthritis, auch chronische Polyarthritis genannt. Meist ist dabei die innere Kapselschicht des Gelenks angegriffen. Betroffene Gelenke schwellen an, es können starke Schmerzen, eventuell auch Fieber auftreten.

Eine bakterielle Arthritis kann verursacht werden durch direkte Infektion mit Bakterien, beispielsweise bei einer Gelenkpunktion oder -injektion, aber auch indirekt, indem Erreger über den Blutweg ins Gelenk gelangen.

Von einer reaktiven Arthritis spricht man, wenn die Entzündung im Gefolge anderer Infektionen mit Bakterien (zum Beispiel Chlamydien) entsteht.

Gicht: Entzündliches Geschehen im Gelenk, das häufig durch die Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel ausgelöst wird, die viel Purine enthalten (Fleisch, Wurst, Innereien). Die sehr schmerzhaften Gichtanfälle treten vorzugsweise nachts auf, häufig am Grundgelenk der Großzehen.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis): Sie macht sich durch Schwellung und Schmerzen am betroffenen Gelenk bemerkbar. Ursache ist meistens eine Überlastung durch Druck, aber auch bakterielle Infektionen sind möglich.

Morbus Bechterew: Bei dieser Erkrankung, deren Ursache wahrscheinlich in einer Fehlregulierung des Immunssystems liegt, ist vornehmlich der Rücken betroffen. Es treten Rücken- und Gesäßschmerzen auf, wobei letztere auch in den Oberschenkel ausstrahlen können. Die Wirbelsäule kann im Laufe der Zeit versteifen. Neben anderen Begleiterscheinungen können sich bei Morbus Bechterew auch die großen Gelenke der unteren Extremitäten (Hüfte, Knie, Sprunggelenk) vorübergehend entzünden.

Hüftgelenkentzündung (Coxitis): Sie kann verschiedene Ursachen haben. Beispielsweise tritt sie manchmal nach allgemeinen Infektionen auf (Coxitis fugax), vor allem bei Kleinkindern. Zum anderen können Bakterien eine Hüftgelenkentzündung auslösen, und sie gehört auch zum Krankheitsbild einer chronischen Polyarthritis.

Rheumatisches Fieber: Kann als Folge einer Infektion mit Streptokokken auftreten und mehrere Organe (Haut, Herz, Gehirn) sowie Gelenke befallen. Wird bei uns heute nur noch selten diagnostiziert.

Degenerative Veränderungen

Gelenkverschleiß (Arthrose): Im Laufe des Lebens nutzen sich die Gelenke ab, Knochen verändern sich, Knorpel wird abgebaut. Arthroseschmerzen im Gelenk entstehen dann, wenn der Knorpel weitgehend oder ganz zerstört ist und Knochen auf Knochen reibt. Am meisten gefährdet sind die Gelenke, die stark belastet werden, also Fuß-, Knie- und Hüftgelenke sowie die Wirbelkörper, aber auch an Hand-, Finger- und Schultergelenken tritt häufig Arthrose auf. Übergewicht, Überlastung durch anhaltende Tätigkeiten im Stehen oder Knien sowie schwere körperliche Arbeit fördern die Arthrose, ebenso Fehlstellungen und Verletzungen der Gelenke. Charakteristisch für Arthrose ist der Anlaufschmerz nach längerem Sitzen oder Liegen.

Verletzungen und sonstige Ursachen

Verrenkungen, Verstauchungen, Brüche: Gängige Verletzungen der Gelenke. In ihrem Gefolge werden je nach Ausmaß des Ereignisses verschiedene Strukturen des Gelenks geschädigt: Bänder, Kapsel, Sehnen. Auch kann es zu einem Gelenkerguss kommen, bei dem sich – abhängig von der Ursache – unterschiedliche Flüssigkeiten im Gelenk ansammeln und Schmerzen verursachen. Fließt Blut ins Gelenk, sprechen Mediziner von einem Haemarthros. Gelenkergüsse können auch auf degenerativen Gelenkerkrankungen oder -entzündungen beruhen.

Schenkelhalsbruch: Besonders häufig bei älteren Menschen, da deren Knochen nicht mehr so stabil sind und sie ein erhöhtes Sturzrisiko haben.

Meniskusschaden: Die halbmondförmigen Knorpelscheiben im Knie werden zum Beispiel bei Menschen, die bestimmte Sportarten betreiben (wie Fußball, Tennis) beansprucht. Eine Überlastung kann zu Knieschmerzen führen. Meniskusrisse sind oft auf Sportaktivitäten zurückzuführen, wenn das Knie beispielsweise plötzlich gebeugt und verdreht wird.

Gelenkbeschwerden bei Kindern

Ein Hüftschnupfen (Coxitis fugax, siehe oben) ist eine der häufigsten Ursachen für Hüftschmerzen bei Kindern.

Hüftdysplasie: Angeborene Fehlstellung des Hüftgelenks beim Neugeborenen aufgrund einer abgeflachten Hüftgelenkpfanne. Mädchen sind etwa sechsmal häufiger betroffen als Jungen.

Perthes-Krankheit: Absterben (Nekrose) des Knorpel- und Knochengewebes im Oberschenkelkopf. Tritt in der Regel im Wachstumsalter auf (3. bis 15. Lebensjahr), vorwiegend bei Jungen. In vielen Fällen heilt die Krankheit von selbst wieder.

Epiphysenfugenverletzung: Die Epiphysenfuge (Wachstumsfuge) ist eine knorpelhaltige Schicht am Ende von Röhrenknochen, die für das Knochenwachstum zuständig ist. Löst sie sich ab oder wird bei einem Bruch beschädigt, kann die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks eingeschränkt sein, es treten Schmerzen auf. Das Knochenwachstum kann beeinträchtigt werden.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.




Bildnachweis: Glow Images/BSIP/Boissonet, Liquid Library

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